Rookie-Konzept

Der HBV bildet jede Saison mehr als 100 neue Schiedsrichter (SR) aus. Nach absolvieren des ersten Lehrgangs (Lizenzstufe E) erhalten diese angehenden Schiedsrichter die Einsteigerlizenz und müssen mindestens 5 Spiele leiten, bevor sie dann in einem weiterführenden Lehrgang die Lizenzstufe D (Basisschein) absolvieren. Daran schließt sich eine weitere Praxisphase an, bevor sie mit dem Bestehen der praktischen Prüfung die DBB-Schiedsrichterlizenz erhalten.

Zu den LS-D-Lehrgängen erscheinen nur noch rund 30 Schiedsrichter! Mit anderen Worten: in dieser Zwischenzeit verlieren rund ¾ unserer LS-E-SR das Interesse, Spiele zu leiten!

Fragt man die jungen Nachwuchsschiedsrichter nach der Ursache, so wird als Hauptargument „zu viel Stress“ und „kein Bock mich anpöbeln zu lassen“ genannt. Und dies ist nicht primär bedingt durch Überforderung auf der rein „technischen“ Seite, also etwa durch Schiedsrichtertechnik, Erkennen von Regelübertretungen und alles was sonst noch beim Erlernen des Schiedsrichterns auf einen Neuling einprasselt.

Vielmehr ist es ist der von Spielern und Trainern auf Schiedsrichter ausgeübte psychische Druck, der viele Rookies davon ablenkt, sich auf ihre Aufgaben zu konzentrieren. Solche Negativ-Erfahrungen gerade am Anfang führen häufig zu Motivationsverlust und dann zur Beendigung der Schiedsrichtertätigkeit.

Der vernünftige Umgang mit diesem Druck kann von einem Anfänger, der sich auf genügend andere, für ihn neue Dinge konzentrieren muss, nicht erwartet werden!
Basketball wird immer populärer, schneller und interessanter aber dadurch auch anspruchsvoller und der Leistungsdruck steigt.

Die Appelle der SRK an die Vereinsschiedsrichterwarte, LS-E-SR zunächst in unteren Ligen und zusammen mit erfahrenen Kollegen anzusetzen und diese Anforderungen dann langsam zu steigern, sind in der Praxis nur selten umsetzbar. Dennoch möchten wir einen Schutz von Anfängern erreichen, der es ihnen ermöglicht, sich ganz auf ihre Aufgaben und das Spiel zu konzentrieren.

Die SRK hat deshalb auf dem Verbandstag 2008 ein Konzept vorgestellt, welches die breite Zustimmung der Vereine gefunden hat.

Dieses Konzept sieht vor, dass LS-E-SR (Rookies) von keinem Spielbeteiligten anzusprechen sind.

Die Unterscheidung zwischen höflicher und unhöflicher/beleidigender Ansprache haben wir bewusst weggelassen, um eine klare Linie vorzugeben. Selbstverständlich kann mit dem LSE-SR kommuniziert werden, wenn dieser das Gespräch sucht.

Notwendige Kommunikation zwischen Trainern und Spielern einerseits und dem SR-Team andererseits erfolgt nur über den 1. Schiedsrichter.

Um allen Spielbeteiligten deutlich zu machen, dass ein Schiedsrichter den Status „Rookie“ hat, werden die LS-E-SR mit eigens dafür entworfenen SR-Shirts ausgestattet, worauf der Schriftzug „Rookie“ für alle deutlich zu lesen ist.

Der SR-Anfänger soll also bei seinen ersten Spielen gleichsam „in Watte gepackt“ werden. Es ist zu respektieren, dass diese Schiedsrichter in der Lernphase sind und Fehler machen! Ein Verstoß kann und soll mit einem „Technischen Foul“ bestraft werden. Dies ist durch die FIBA-Regeln abgedeckt und ist keine „neue“ Regelung.