Interviews

 

 

Neue Serie: Hamburger Basketballer erzählen ihre Geschichte

In dieser Saison gibt es eine neue Interviewreihe. Hier erzählen Hamburger Basketballer, was sie genau machen. Ob Schiedsrichter, Coaches, Funktionäre - wir fragen nach. 

Die Interviews findest du zu jedem Heimspiel im Towers Magazin "Towerful" und anschliessend hier auf der Website.

 

 

Part 4:

Björn Meyer-Schomann - Ex-Bundesliga Profi der Hamburg Tigers

 

Zur Person:

 

Björn Meyer-Schomann ist ehemaliger Bundesliga-Profi der BCJ Tigers.

Mit sechs Jahren begann er in der Mannschaft seines älteren Bruders in Oldenburg mit dem Basketballspielen. 1988 zog es den ansonsten als Aufbau und Flügelspieler spielenden Björn für ein Austauschjahr an eine Highschool nach Kalifornien, wo ihm sein Coach das Dreierwerfen verbot und ihn als Brettcenter einsetzte. Nach seiner Rückkehr wurde der Allrounder gleich in den Zweitliga-Kader des OTB gerufen. Nach Stationen in Braunschweig, Bayreuth und Rhöndorf, landete der Jurastudent 1998 in Hamburg, bei den BCJ Tigers. Dort stieg er direkt in die Erste Liga auf, wo er bis 2001 mit dem Verein spielte. Heute zockt „BJ“ in der Oberliga bei den „Kraftförstern“ der BG Hamburg-West .

 

Stationen:

 

BG West „Kraftförster“ (Oberliga)

Halstenbek (HaPi) (2.Regionalliga)

BCJ Tigers (1.+2.Bundeliga)

Rhöndorf (1.Bundesliga)

Bayreuth (1.+2.Bundesliga)

Braunschweig (1.Bundesliga)

Oldenburg (2.Bundesliga)

Kalifornien (High School)

Oldenburg (Jugend)

 

BJ, Du hast schon mit 18 Jahren in der 2. Bundesliga gespielt. Wie kam es dazu?

Während meiner Schulzeit ging ich für ein Austauschjahr nach Kalifornien. Das war eine sehr prägende Erfahrung für mich. Als ich wieder zurückkam, spielte ich direkt in der Herrenmannschaft mit. In Oldenburg hatten wir damals eine sehr erfolgreiche Jugendmannschaft. Aus diesem Dunstkreis wurden gleich fünf bis sechs Spieler in das Herrenteam berufen, die in der Zweitliga-Mannschaft spielen sollten. Da war ich gerade 18.

 

Wie ging es dann weiter für Dich?

Nach meinem Abitur wurde ich von der Bundeswehr eingezogen, in die Sportkompanie. Dort spielte ich dann auch in der Bundeswehr-Nationalmannschaft. Zur gleichen Zeit fragte mich Lothar Stein, Trainer von Braunschweig, ob ich nicht zu ihm ins Team wechseln wolle. Sie waren gerade in die Erste Liga aufgestiegen und Lothar kannte mich daher aus Oldenburg. Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Nationalspieler Harald Stein, der auf meiner Position spielte, rutschte ich sogar in die erste Fünf und hatte überraschend viele Spielanteile. Eine bessere Schule kann man als junger Spieler nicht haben. 

 

Wegen des Studiums bist Du dann nach Bayreuth gewechselt und im gleichen Jahr in die 1. Bundesliga aufgestiegen. Nach drei Jahren im Süden und drei im Westen (Rhöndorf) hat es Dich dann nach Hamburg verschlagen. Wieso Hamburg?

Ich bin ja Norddeutscher und Hamburg ist schon ein Magnet. Ich wollte unbedingt nach Hamburg, viele meiner Schulfreunde leben hier, und es war für mich einfach eine tolle Möglichkeit, auch mein Studium abzuschließen. Ich musste mir meine Basketballstandorte auch so ein wenig nach den Universitäten aussuchen. Ein wichtiger Grund war aber auch „Nudel“ Niedlich, den ich schon aus Oldenburger Zeiten kannte, und der bei den Tigers Co-Trainer war.

 

Wenn Du Dir jetzt die Spieler der Towers anguckst, welche Unterschiede fallen Dir auf zu Deiner damaligen Zeit im Profibasketball?

Die Grundparameter haben sich nicht geändert. Das Runde muss nach wie vor ins Runde. Aber das Spiel an sich ist viel athletischer geworden und viel individueller, für den allgemeinen Zuschauer vielleicht attraktiver, aber nicht immer dem mannschaftlichen Erfolg zuträglich. Das war früher zu meiner Zeit in Bayreuth und Rhöndorf anders.

Gerade bei den Towers habe ich eine Entwicklung gesehen. Bei meinem ersten Spiel gegen Leverkusen letzte Saison war das alles sehr individueller Basketball. Aber man sieht, wie Hamed die Mannschaft geformt hat und seinem Team vermitteln will: Als Mannschaft ist man nur dann erfolgreich, wenn man seine Stärken zugunsten des jeweiligen anderen einsetzt.

 

Heute ist es ja in den meisten Teams so, dass nicht die deutschen Spieler die Führungsspieler in ihren Teams sind und oftmals keine entscheidende Rolle spielen. Wie war das zu deiner Zeit?

Bis zum Bosman-Urteil 1995 durfte man nur zwei Ausländer im Team haben. Das war für mich als junger Deutscher natürlich sehr hilfreich, weil ich mich nicht gegen die zusätzliche ausländische Konkurrenz durchsetzen musste und so schon früh viel Spielzeit bekam. Ich hatte sowohl in Bayreuth als auch bei den Tigers eine Führungsrolle in unseren Aufstiegsjahren, und auch die Saison danach spielte ich eine wichtige Rolle.

Heute sehe ich oft, dass Trainer älteren ausländischen Profis mehr vertrauen als jungen deutschen. Da finde ich die Zusammenstellung der Towers  gut, die jetzt nach und nach versuchen, die jungen Spieler auch mit Doppellizenzen zu integrieren. Hamburger Urgewächse eben. Das ist bei den Tigers leider nicht gelungen. Viele Jugendspieler, wie z.B. Demekksa Duresso und Michael Stockhammer, waren zwar bei uns im Kader, mussten Hamburg aber dann verlassen, um Spielzeit zu bekommen. Das Projekt der Towers will das jetzt besser machen. Hoffentlich gelingt es.

 

Hast du noch Kontakt zu Deiner ehemaligen Mannschaft?

Viele von den Jungs wohnen immer noch in Hamburg. Einige sehe ich regelmäßig, Marc Suhr, Carsten Heinichen und unseren Manager damals, Carsten Rühl, der mein Trauzeuge war. Aber auch mit Dimar  Buschin und Mike Broderick  habe ich noch Kontakt. 

 

 

 

Part 3:

Margret Skuballa - A-Nationalspielerin

 

 

Zur Person:

Margret Skuballa, geboren 1987 in Hamburg, fing schon mit 5 Jahren an beim SV Lurup Basketball zu spielen. Bereits mit 13 Jahren wechselte sie zum SC Rist Wedel und wurde beim Bundesjugendlager für die Jugendnationalmannschaft gesichtet. 2005 kam dann der Schritt  weg aus Hamburg. Sie folgte ihrem Wedler Trainer Mark Köpp nach Dorsten. Nach 9 Jahren in der 1.Liga, wechselte die Jüngste von 4 Skuballa Mädels vergangene Saison nach Frankreich. Derzeit ist „Maggie“ bei den Rotenburg „Hurricanes“ unter Vertrag und zählt dort zur absoluten Leistungsträgerin in Liga 1.

 

Stationen:

Rotenburg Hurricanes (1.Liga)

Nantes Rezé Basket (Frankreich 1.Liga)

Marburg (1.Liga)

Dorsten (1.Liga)

SC Rist Wedel (1./2.Liga)

SV Lurup ( Jugend)

Seit 2007 im Kader der A-Nationalmannschaft

 

Maggie, vor 10 Jahren bist du aus Hamburg weggegangen. Was war der Grund dafür?

In Hamburg gab es kein 1.Liga Team mehr und ich wollte unbedingt in der Bundesliga spielen. Mein damaliger Trainer Mark Köpp wurde Trainer in Dorsten und ich erhielt  auch ein Angebot, für die BG zu spielen.

 

Warum gibt es in Hamburg kein Frauenbundesligateam mehr?

Zu wenig Menschen in Hamburg interessieren sich für Frauenbasketball. Es ist ein großes Problem, Sponsoren zu finden. Es gibt auch immer weniger Mädchen, die Basketball spielen und dadurch viel weniger Talente. Das Niveau in Hamburg ist stark gesunken. Damals war es ein riesiger Erfolg Hamburger Meister zu werden, es gab so viele gute Mädchenteams. Heute ist die Spitze sehr viel dünner.

 

 Vor einem Jahr bist du nach Frankreich gewechselt. Wie kam das?

Ich wollte unbedingt noch einmal im Ausland spielen. Durch meine Agentin kam dann das Angebot rein und ich bin nach Nantes gewechselt.

 

Welche Erfahrungen hast du in Frankreich gemacht?

Es ist einfach noch mal alles viel professioneller als in Deutschland. Man muss sich um nichts kümmern, es wird alles für die Spielerinnen gemacht. Ich brauchte erst mal eine Weile, um mich an das Niveau zu gewöhnen, aber dann lief es super für mich. Ich wäre gerne geblieben, aber das hat leider mit meiner privaten Situation und meinem Studium (Psychologie) nicht gepasst. Der Verein wollte mich behalten, aber es ist mir wichtig, mein Studium zu beenden, nachdem ich in Frankreich ein Jahr Pause eingelegt hatte.

 

Du bist jetzt wieder nach Hamburg gezogen, spielst aber in Rotenburg, bei den „Hurricanes“.

Ja, ich habe vom Verein ein Auto zur Verfügung bekommen, mit dem wir mit 3 Spielerinnen immer von Hamburg nach Rotenburg düsen.

 

Demnächst steht die Qualifikation zur EM 2017 an. Der Kader ist noch nicht bekanntgegeben, rechnest du mit einer Nominierung?

Ich weiß schon, dass ich dabei bin.

 

Was macht für dich den Reiz Nationalmannschaft aus? Trotz geringen Erfolgen, bist du nach so vielen Jahren immer noch gerne dabei?

Auf jeden Fall! Es ist zwar nicht einfach und auch mit viel Stress verbunden, doch ich versuche das hinzukriegen, schließlich bin ich stolz, mein Land vertreten zu dürfen. Ich bin traurig, wenn Leute absagen, denen das nicht so geht. Solange ich der Nationalmannschaft noch helfen kann, bin ich dabei! Es sind immer wieder neue Talente dabei und wir haben die Hoffnung uns für die Europameisterschaften zu qualifizieren – 2017 wird das sehr schwer – 2019 ist aber das große Ziel. Ob ich da allerdings noch spiele, wage ich zu bezweifeln.

 

Was ist ein Ereignis mit der Nationalmannschaft, an das du gerne zurückdenkst?

Meine erste Europameiserschaft mit der A-Nationalmannschaft. Ich kam direkt von der U20 EM und wurde in den A-Kader berufen. Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet  nach der U20 EM gleich mit nach Italien zu fahren. Wir hatten eine gute Mannschaft, sind trotzdem in der Vorrunde ausgeschieden. Ich habe auch gespielt, natürlich recht wenig aber es war aufregend und ein tolles Erlebnis.

 

Kannst du dir vorstellen, nach deiner aktiven Profikarriere noch weiter in Hamburg zu spielen?

Nicht in einem Team, wo ich keinen kenne, nur um dann noch Regionalliga oder so zu spielen. Was ich mir vorstellen könnte, ist in einem Team mit meinen Freunden zu zocken. Eben in einer „Daddelmannschaft“,  etwas Spaß haben.

 

Welchen Rat hast du für junge Mädchen in Hamburg, die es auch so weit nach oben schaffen möchten?

Talent alleine reicht nicht. Man muss so viel trainieren wie möglich, alle Angebote nutzen. Der Wille es nach ganz oben zu schaffen ist ebenso ausschlaggebend, wie Disziplin. Ich bin mit 13 nach Wedel gewechselt und habe dort täglich trainiert. Manchmal zwei Trainingseinheiten hintereinander, Individual – und Mannschaftstraining . Ich hätte gerne in meiner Jugend so eine Möglichkeit gehabt, wie es sie jetzt die Schüler an der Schule Alter Teichweg haben, die schon vor dem Unterricht morgens trainieren können. So etwas gab es zu meiner Zeit nicht. Ich bin täglich nach der Schule von Lurup nach zum Training nach Wedel gefahren.

 

Inwieweit verfolgst du die Towers?

Ich bin ja im Sommer erst nach Hamburg gezogen, verfolge es aber. Diese Saison will ich aber definitiv zu einem Spiel gehen!

 

Das Interview fand im Oktober 2015 statt.

 

PART 2:

Martin Schiller - Co Trainer der MHP Riesen Ludwigsburg

Copyright: Pressefoto Baumann

Zur Person:

Martin Schiller, geboren 1982 in Österreich, fing mit 12 Jahren an Basketball zu spielen. Nach seiner aktiven Laufbahn bei der TSG Bergedorf, sammelte er erste Coaching Erfahrungen während seines Sportstudiums in Köln. Nach 3 Jahren in Österreichs 1.Liga, arbeitete er die letzten 5 Jahren für die Artland Dragons als Assistenztrainer. Diesen Sommer gehörte Schiller zum Trainerstab der A-Nationalmannschaft. Aktuell ist Martin Schiller Co-Trainer der MHP Riesen Ludwigsburg.

 

Stationen:

mhp RIESEN Ludwigsburg  (Assistant Coach 1.BL)

Assistent Deutsche A-Nationalmannschaft

Artland Dragons (Assistant Coach 1.BL)

WBC Wels (Assistant Coach/Österreich/1. Bundesliga)

WBC Wels (Jugendkoordinator/Österreich/1. Bundesliga)

TSG Bergedorf (Jugendkoordinator)

Düsseldorf Magics (Assistant Coach/2. Basketball Bundesliga)

TSG Bergedorf (U20-Headcoach)

Rheinenergie Köln (U16-Headcoach)

 

 

Martin, wann hast Du gemerkt, dass Deine Zukunft an der Seitenlinie liegt?

Nach meinen 2 Jahren als hauptamtlicher Trainer in Bergedorf, bin ich nach Österreich gewechselt. Das war für mich ein Schlüsselerlebnis, mein wichtigster Schritt. Eigentlich liegt das gar nicht auf der Hand in ein Basketball Zwergenland zu gehen, aber es war zweifelsohne das Wichtigste in meiner Karriere.  Dort hat mich Raoul Korner (Anm: jetzt Headcoach der Phantoms Braunschweig)  unter seine Fittiche genommen. Er war dort der Headcoach und von ihm habe ich viel gelernt. In meiner letzten Saison dort wurde ich sein Assistent. Wir haben in der 1.Bundesliga in Österreich und in der Eurochallenge gespielt.

 

In diesem Sommer gehörtest Du zum Trainerstab der A-Nationalmannschaft. Wie kam das?

Chris (Flemming) hat mich angerufen. Da habe ich JA gesagt!

 

Was genau waren Deine Aufgaben dort?

Ich war für die Vorbereitung auf die Spiele zuständig, das Erstellen des Scouting Reports und die Videoarbeit.

 

Inwiefern unterscheiden sich deine Aufgaben bei der Nationalmannschaft zu denen im Verein?

In der Nationalmannschaft haben wir 3 Assistenten und können somit bei bestimmten Dingen mehr ins Detail gehen. Mein Hauptbereich ist Videoarbeit und dem Scouting.

In Ludwigsburg bin ich der 1.Co-Trainer und wir haben einen Videokoordinator. Somit liegen meine Schwerpunkte mehr in der Spielerentwicklung und der strategischen Spielvorbereitung.

 

Ist es Dein Wunsch irgendwann wieder Headcoach zu werden oder liegt dir der Job als Co-Trainer besser?

Auf jeden Fall möchte ich Headcoach werden, aber es muss der richtige Moment kommen. Ich habe jetzt nicht den Plan, dass es bis dann und dann geschehen muss. Es kommt auf die richtige Situation, den richtigen Club an. Dann kann ich mir das natürlich vorstellen.

 

Was hast du für Tipps für junge Hamburger Trainer, die es nach oben schaffen wollen?

Das wichtigste ich zu Coachen ! Man muss daran arbeiten! Wie es eben bei allen Handwerken so ist, man muss stets besser werden. Das Zweite ist offen zu sein. Heutzutage gibt es viele Kanäle mit Lehrmaterialien. Diese muss man nutzen! Hospitieren und Erfahrungen außerhalb seiner Liga sammeln und sich einen Mentor suchen. Man darf sich nur nicht in seiner Liga verheddern, sondern muss über den Tellerrand gucken.

 

Inwiefern verfolgst du den Hamburger Basketball?

Hamed war in der C-Jugend mein Trainer, deshalb bin ich natürlich am Projekt der Towers besonders interessiert. Ich gucke aber auch ab und zu welcher Club gerade bei den Jugendteams die Nase vorn hat.

 

Hat Hameds Coaching dich in deiner Entwicklung als Trainer beeinflusst?

Nicht nur Hamed, auch meine anderen Trainer bei der TSG Bergedorf Boris (Schmidt) und Sven (Jeglitza) haben ebenso einen großen Einfluß gehabt, wie mein Auswahltrainer Dieter Brill. 

 

Das Interview fand im September 2015 per Telefon statt.

 

PART 1:

Stefan Raid - Vizepräsident II (Jugend) beim DBB

Zur Person:

Stefan Raid, geboren 1970, begann mit 11 Jahren bei der Turnerschaft Harburg Basketball zu spielen.  Schon früh engagierte er sich im Verein als Trainer und Schiedsrichter und landete sowohl im Schiedsrichter- als auch Jugendausschuss des Hamburger Basketball Verbands. Relativ schnell wurde er dort zum Vizepräsident Jugend gewählt. In dieser Funktion war er 15 Jahre für den HBV tätig.  Hier war er ebenfalls Teil des DBB Jugendausschusses, wo er Im April 2011 ebenfalls zum Vizepräsident  2 (Jugend) gewählt wurde. Alle Ämter auf Präsidiumsebene beim DBB sind Ehrenämter.

Stefan spielt aktiv bei den Ü35 Herren der Harburg Baskets. 

 

 

Stefan, du bist jetzt Vizepräsident Jugend beim DBB . Was genau heißt das?

 

Als Vizepräsident  Jugend bin ich zum einen verantwortlich für den Jugendleistungssport.  Die Kaderbetreuung, das Bundesjugendlager, das Albert Schweizer Turnier und das Mitbetreuen der NBBL und JBBL liegen ebenfalls in meinem Gebiet, als auch Minicamps, Minifestivals und Schulprogramme.  Als zweiten Bereich habe ich den Breiten und Freizeitsport. Da liegt besonders 3x3 und Beachbasketball im Fokus. Es gibt aber große Schnittmengen zwischen den beiden Bereichen.

 

Wie sieht Deine Arbeit aus?

Unter der Woche findet die Kommunikation per Email oder Telefonkonferenz statt. Es gibt regelmäßige Sitzungen und natürlich die Turniere. Wir arbeiten Programme aus und versuchen, Zuschussmöglichkeiten zu schaffen. Wenn es passt, fahre ich auch zu den Europameisterschaften mit.

 

In den letzten Jahren haben sich die deutschen Jugendnationalmannschaften deutlich verbessert. Woran liegt das deiner Meinung?

Bis 2008 waren wir eine Fahrstuhlnation. Wir sind immer zwischen den A und B Meisterschaften gependelt oder haben gegen den Abstieg gespielt. Mittlerweile sind alle männlichen Jugendnationalmannschaften in der A Gruppe und können sich Richtung Top 8 platzieren. Das liegt natürlich an unser veränderten, jetzt früheren Sichtung, der besseren Betreuung und der Einführung der NBBL und JBBL. Und natürlich die Einführung der Quote. Ich denke in den nächsten Jahren werden wir uns stabilisiert haben und den nächsten Schritt Richtung Halbfinale machen und hoffentlich nach einer Medaille greifen.

Im weiblichen Bereich ist das leider anders. Es fehlen einfach die Strukturen. Die Bundesliga Vereine sind im Gegensatz zu den Herren nicht verpflichtet einen Hauptamtlichen Jugendtrainer einzustellen. Wir arbeiten aber daran, auch hier mehr Stabilität reinzubekommen und den weiblichen Bereich wieder nach vorne zu bringen.

 

Wie siehst du die Entwicklung des Hamburger Basketballs?

In Hamburg haben wir viele Talente und nun auch einen Weg gefunden diese Talente in guter Weise am Standort Hamburg zu halten. Vereine wie BCH, Wedel, Hittfeld und BG West machen da einen guten Job und natürlich Marvin mit den Towers, der das ganze im Seniorenbereich zusammenführt. Mit der Konstellation Towers / Wedel ergeben sich jetzt Spielmöglichkeiten für die Jugendspieler, um erste Erfahrungen in der Pro A und Pro B zu sammeln. Deshalb ist es natürlich auch wichtig, dass dieses Projekt Towers weitergeht und sich weiterentwickeln kann. Ich hoffe, dass die Stadt und letztendlich die Wirtschaft nun auch ihren Teil dazu beitragen werden. Die sportlichen Voraussetzungen sind jetzt da und diese Struktur jetzt zu stärken, kann der Sport nicht alleine machen. Die Stadt hat mit der Halle ihren Teil beigetragen, jetzt ist meine Hoffnung, dass nun auch die Wirtschaft das erkennt und das Kind mit großzieht.

 

Inwieweit verfolgst du die Towers?

Als Harburger ist es für mich ein Katzensprung in die Halle. Ich finde es spannend, da es uns zu meiner Zeit beim HBV nicht gelungen ist, so ein Projekt zu begleiten.  Ich erachte es für Hamburg als sehr wichtig, insofern bin ich stark interessiert, wie es sich entwickelt.

 

Bist du oft bei den Spielen?

Wenn es sich einrichten lässt, komme ich gerne. Letzte Saison war ich bei 3-4 Spielen dabei.

 

Stefan, viele kennen dich ja noch aus deiner aktiven Zeit also Regionalligaschiedsrichter. Pfeifst du noch?

Ich werde die ein oder andere Ansetzung für meine Verein übernehmen, weil es ohne Schiedsrichter ja nicht geht. Es war von Anfang an klar, dass ich nicht mehr in der Regionalliga pfeifen kann, als ich den DBB Job übernommen habe. Dafür fehlt mir jetzt einfach die Zeit.

 

Abschließend möchte ich gerne noch was zum weiblichen Bereich sagen. In Hamburg ist der weibliche Basketball deutliche zurückgegangen. Immer weniger Vereine kümmern sich um Mädchen. Ich hoffe, dass zumindest die Vereine, die sich jetzt engagieren, weiter machen. Vor allem die WNBL ist ganz wichtig. Die Vereine müssen erkennen, dass sie nur gemeinsam erfolgreich sein können. Um national auf eine Ebene zurückzukehren und an die starken Zeiten und Wedel und Alstertal anzuknüpfen, können wir das nur zusammen machen. Es muss für die Mädchen WNBL plus 2. BL gewährt werden, um diese zu fördern. Mein Wunsch wäre es, dass die Vereine gemeinsam mit dem Verband einen Weg finden, um wieder die Tradition des Damenbasketballs in Hamburg fortzuführen. Es wird aber nur klappen, wenn alle Vereine an einem Strang ziehen, was im Moment leider nicht der Fall ist. Im Bereich Mädchenbasketball stecken große Potentiale, man muss diese nur anders angehen, als bei den Jungs. 

 

Das Interview fand im Rahmen des Supercups 2015 in Hamburg statt.